Ratgeber
KI-Influencer für Unternehmen: Was geht, was kostet es, was ist erlaubt?
Stand: 23. September 2026 · Lesezeit etwa 14 Minuten · von VeloFaces
Emma ist blond, reist durch Deutschland und beantwortet Fragen in über 20 Sprachen. Es gibt sie nicht. Die Deutsche Zentrale für Tourismus hat sie im Oktober 2024 als KI-Influencerin gestartet. Seitdem fragen sich auch kleinere Unternehmen, ob so eine Figur für sie taugt. Die kurze Antwort: als Markenfigur ja, als Ersatz für echte Empfehlungen nein. Die lange steht hier.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein KI-Influencer ist eine Figur, die es nicht gibt, die aber auf Social Media auftritt wie ein Mensch. Bekannte Beispiele sind Lil Miquela, Aitana López und Emma von der DZT.
- Für Unternehmen passt meist nicht der klassische Influencer, der Produkte anderer bewirbt, sondern eine eigene KI-Figur, die für den eigenen Betrieb spricht.
- Öffentlich genannte Preise für eine individuelle Figur liegen bei 7.000 bis 7.500 €, komplexe Projekte bei 20.000 bis 100.000 €. Monatspakete beginnen bei 490 €.
- Rechtlich wichtig: KI-Kennzeichnung, Werbekennzeichnung und keine erfundenen Erfahrungen. Eine KI-Figur darf nicht so tun, als hätte sie ein Produkt getestet.
- Eine gute Figur hat einen Steckbrief, feste Grenzen und sieht in jedem Video gleich aus.
Was ein KI-Influencer ist
Ein KI-Influencer, auch virtueller Influencer genannt, ist eine Figur, die nicht existiert, aber auf Instagram, TikTok oder YouTube auftritt wie ein Mensch. Sie hat einen Namen, einen Stil, manchmal eine erfundene Lebensgeschichte, und sie postet regelmäßig. Hinter ihr stehen eine Agentur oder ein Unternehmen, die Bilder, Videos und Texte erzeugen.
Früher wurden solche Figuren aufwendig in 3D gebaut, wie bei Computerspielen, mit Teams, die wochenlang an einem einzigen Gesichtsausdruck gearbeitet haben. Heute entstehen die meisten mit Bild- und Video-KI. Das hat die Kosten stark gesenkt und die Figuren deutlich realistischer gemacht. Manche sind von echten Menschen kaum zu unterscheiden. Genau deshalb gibt es inzwischen Kennzeichnungspflichten.
Bekannte Beispiele
Lil Miquela
Die wohl bekannteste virtuelle Influencerin, seit 2016 auf Instagram. Sie wurde als computergenerierte Figur gebaut, mit großem Aufwand und einem Studio dahinter. Sie arbeitet mit Modemarken zusammen und hat gezeigt, dass Menschen einer Figur folgen, von der sie wissen, dass sie nicht echt ist.
Aitana López
Eine spanische KI-Influencerin, 2023 von der Agentur The Clueless in Barcelona entwickelt, mit Bild-KI statt 3D-Studio. Nach Angaben ihrer Macher verdient sie in guten Monaten bis zu 10.000 Euro mit Kooperationen, im Schnitt eher 3.000 Euro. Die Agentur hat die Figur nach eigener Darstellung gebaut, weil ihr menschliche Models zu teuer und zu unberechenbar waren.
Emma, Deutsche Zentrale für Tourismus
Das bekannteste deutsche Beispiel, und für Unternehmen das lehrreichste. Die DZT hat Emma am 18. Oktober 2024 vorgestellt, als „moderne, weltoffene Berlinerin“ auf dem Instagram-Kanal @EmmaTravelsGermany. Emma teilt Reiseeindrücke und beantwortet im Chat Fragen in über 20 Sprachen, auf Grundlage der Informationen von germany.travel. Jede Nachricht trägt den Hinweis „#KI generierte Info“. Die DZT betonte beim Start, dass Emma persönliche Erlebnisse nicht ersetzen, sondern die digitale Kommunikation ergänzen soll.
Was man daraus lernen kann: Die Figur ist klar gekennzeichnet, sie hat eine klare Aufgabe (Fragen beantworten, Lust auf Reisen machen), und sie behauptet nicht, selbst etwas erlebt zu haben, das sie nicht erleben kann.
KI-Influencer oder KI-Creator?
Hier liegt ein Missverständnis, das viele Gespräche schief laufen lässt, weil beide Seiten dasselbe Wort benutzen und dabei an völlig verschiedene Dinge denken. Ein Influencer im klassischen Sinn baut Reichweite auf und verkauft sie an andere Marken. Lil Miquela und Aitana López funktionieren so. Für die allermeisten Unternehmen ist das nicht das Ziel. Ein Handwerksbetrieb will keine Hautcreme bewerben. Er will, dass Menschen in seiner Region ihn kennen.
Deshalb unterscheiden wir bei VeloFaces zwischen zwei Dingen:
| KI-Influencer | KI-Creator für Ihr Unternehmen | |
|---|---|---|
| Wem gehört der Kanal? | der Figur oder ihrer Agentur | Ihrem Unternehmen |
| Worüber spricht die Figur? | Lifestyle, Produkte verschiedener Marken | Ihr Fachgebiet, Ihre Leistungen, Fragen Ihrer Kunden |
| Womit verdient wer Geld? | Kooperationen mit Marken | Sie, durch Anfragen und Aufträge |
| Wie viel Reichweite braucht es? | sehr viel | die richtigen Menschen, oft regional |
| Typisches Beispiel | Aitana López | Emma für die DZT, Mira für unseren Testkanal |
Wer „KI-Influencer erstellen lassen“ sucht, meint oft das Zweite. Auch gut so. Es ist deutlich einfacher, günstiger und rechtlich übersichtlicher.
Was eine KI-Figur für ein Unternehmen leisten kann
- Ein Gesicht für den Kanal, ohne dass jemand aus dem Betrieb sich zeigen muss. Mehr dazu im Ratgeber Faceless-TikTok.
- Konstanz. Dieselbe Figur, jede Woche, über Jahre. Sie kündigt nicht und wird nicht krank.
- Erklären. Fragen beantworten, Abläufe zeigen, Fachbegriffe übersetzen.
- Recruiting. Die Figur kann zeigen, wie Arbeit bei Ihnen aussieht, und auf Stellen hinweisen.
- Mehrere Sprachen. Dieselbe Figur spricht Deutsch, Englisch, Türkisch, ohne neuen Dreh.
Was eine KI-Figur nicht kann
Genauso wichtig, und in Verkaufsgesprächen gern weggelassen.
- Etwas erlebt haben. Eine KI-Figur hat kein Produkt getestet, keine Kunden beraten, keine Ausbildung gemacht. Sie darf das auch nicht behaupten.
- Glaubwürdig empfehlen. „Ich benutze das jeden Morgen“ ist aus dem Mund einer Figur, die keinen Morgen hat, eine Täuschung.
- Echte Nähe ersetzen. Wenn Ihr Geschäft davon lebt, dass Kunden Sie persönlich kennen, ist eine Figur eine Ergänzung, kein Ersatz.
Unsere Haltung dazu ist klar: Unsere Figuren erfinden keine Erfahrungsberichte und behaupten keine Qualifikationen. Wo KI im Spiel ist, steht es dran.
Selbst bauen oder erstellen lassen?
Technisch kann heute jeder eine KI-Figur erzeugen. Wirklich jeder. Bild-KI, Video-KI und Stimmen gibt es als Abo für wenig Geld. Das Schwierige ist nicht das erste Bild. Das Schwierige ist das hundertste, auf dem dieselbe Person genauso aussehen muss wie auf dem ersten. Gleiches Gesicht, gleiche Proportionen, passende Kleidung, dieselbe Stimme. Wer das einmal versucht hat, weiß, wie viel Arbeit darin steckt.
Selbst bauen lohnt sich, wenn Sie jemanden mit Zeit und Freude am Ausprobieren haben. Erstellen lassen lohnt sich, wenn die Figur schnell stabil laufen soll. Ausführlicher beantwortet diese Frage der Vergleich KI-Avatar-Software oder Agentur.
Was ein KI-Influencer kostet
Die Preise hängen davon ab, was gebaut wird. Öffentlich genannte Zahlen deutscher Anbieter, Stand 23. September 2026:
| Leistung | Genannter Preis |
|---|---|
| Individueller Avatar, Entwicklung | ab 7.000 € bzw. ab 7.500 €, einmalig |
| Komplexe Avatar-Projekte | 20.000 bis 100.000 € |
| Einzelner Clip oder Bild mit dem Avatar | ab 490 € |
| Monatspaket mit Videos | ab 490 € im Monat für drei Videos, dazu Einrichtung |
| VeloFaces in der Testphase | Richtpreis 29 € netto je Werbevideo, mit eigener KI-Figur |
Wie diese Preise im Vergleich zu klassischen Drehs und UGC-Videos liegen, steht im Ratgeber Werbevideo erstellen lassen: Kosten.
Ist das erlaubt?
Ja, mit Regeln. Wir sind keine Anwälte, deshalb hier die Punkte, die Sie kennen und im Zweifel prüfen lassen sollten.
KI-Kennzeichnung
Seit dem 2. August 2026 verlangt die KI-Verordnung der EU in Art. 50, dass realistische KI-Inhalte, die echten Menschen ähneln, als KI offengelegt werden. TikTok verlangt das ohnehin für realistische KI-Inhalte, YouTube fragt beim Hochladen danach. Ausführlich erklärt im Ratgeber KI-Videos kennzeichnen.
Werbekennzeichnung
Wenn eine Figur Produkte bewirbt, muss das als Werbung erkennbar sein, genau wie bei menschlichen Influencern. Wenn die Figur für Ihr eigenes Unternehmen spricht und das aus dem Profil klar hervorgeht, ist der kommerzielle Zweck meist offensichtlich. Bei Kooperationen mit anderen Marken gilt: kennzeichnen.
Keine erfundenen Erfahrungen
Irreführende Werbung ist verboten, und eine Figur, die behauptet, ein Produkt zu nutzen, führt in die Irre. Für Gesundheitsthemen gilt zusätzlich das Heilmittelwerbegesetz.
Ähnlichkeit mit echten Personen
Eine Figur, die einer realen Person ähnelt, kann deren Persönlichkeitsrechte verletzen. TikTok verbietet ausdrücklich KI-Inhalte, die das Abbild privater Erwachsener ohne Erlaubnis nutzen oder Personen des öffentlichen Lebens Empfehlungen in den Mund legen. Eine eigens entworfene Figur umgeht dieses Problem.
So entsteht eine KI-Figur
Bei VeloFaces haben wir das an unserer ersten Figur, Mira, selbst durchgespielt. Die Schritte gelten aber für jede seriöse Figur.
- Zielgruppe klären. Wem soll die Figur etwas erklären? Mira spricht zu Eltern von Grundschulkindern, also ruhig, freundlich, ohne Fachsprache.
- Steckbrief schreiben. Alter, Stil, Ton, Themen. Und vor allem: was die Figur nie sagt.
- Aussehen festlegen. Ein Grundbild, von dem alle weiteren abgeleitet werden. Das Gesicht darf sich danach nicht mehr ändern.
- Garderobe und Orte. Mehrere Bildsets, damit Videos nicht alle gleich aussehen. Mira hat sechs, vom Schreibtisch bis zur Werkstatt.
- Stimme wählen und dabei bleiben.
- Grenzen festschreiben. Keine erfundenen Erlebnisse, keine Qualifikationen, keine Heilversprechen.
- Kennzeichnung einplanen. Im Profil und in jedem Video.
- Testen. Einige Wochen veröffentlichen, auswerten, nachschärfen.
Ein Steckbrief zum Übernehmen
Bevor irgendein Bild entsteht, sollte dieser Steckbrief ausgefüllt sein. Er ist die Grundlage für alle, die später an der Figur arbeiten, und er verhindert, dass die Figur nach drei Monaten anders klingt als am Anfang.
| Feld | Frage | Beispiel für einen Heizungsbetrieb |
|---|---|---|
| Aufgabe | Wozu gibt es die Figur? | Hausbesitzern Heizungsfragen verständlich beantworten |
| Zielgruppe | Zu wem spricht sie? | Eigenheimbesitzer zwischen 35 und 65 in der Region |
| Ton | Wie klingt sie? | ruhig, sachlich, freundlich, nie belehrend |
| Aussehen | Was trägt sie, wo steht sie? | Arbeitskleidung, Werkstatt und Heizungskeller als Hintergründe |
| Themen | Worüber spricht sie? | Wartung, Fehler, Förderung, Sparen, Ausbildung |
| Tabus | Was sagt sie nie? | keine Preisgarantien, keine Kundenzitate, keine eigenen Erlebnisse |
| Kennzeichnung | Wie wird KI offengelegt? | Hinweis im Video, Satz in der Bio, Schalter der Plattform |
| Ende jedes Videos | Wohin führt sie? | Profil, Website oder Frage in die Kommentare |
Die Zeile „Tabus“ ist die wichtigste. Sie schützt Sie vor dem Moment, in dem jemand in einem Skript schnell mal „Unsere Kunden lieben das“ schreibt.
Wie die Figur spricht
Aussehen erkennen Menschen in einer Sekunde. Sprache erkennen sie nach fünf Videos, und dann bleibt sie hängen. Ein paar Regeln, die für fast jede Unternehmensfigur passen:
- Kurze Sätze. Gesprochene Sprache ist kürzer als geschriebene.
- Sie oder du, aber einheitlich. Für die meisten Branchen passt „Sie“, für junge Zielgruppen und Recruiting oft „du“. Nur nicht mischen.
- Eigene Wendungen. Ein wiederkehrender Einstieg oder Abschluss macht die Figur wiedererkennbar, etwa immer dieselbe kurze Frage am Anfang oder derselbe Satz zum Schluss.
- Keine Superlative. „Der beste Tipp aller Zeiten“ klingt aus dem Mund einer KI noch hohler als aus dem eines Menschen.
- Grenzen aussprechen. „Das kann ich Ihnen hier nicht beantworten, das hängt vom Einzelfall ab“ ist ein starker Satz. Er zeigt, dass hinter der Figur ein Betrieb steht, der seriös arbeitet.
Wem gehört die Figur?
Eine Frage, die man am Anfang leicht übersieht und am Ende teuer bezahlt. Wenn eine Agentur eine Figur für Sie baut, klären Sie schriftlich:
- Darf die Agentur dieselbe Figur oder eine sehr ähnliche für andere Kunden verwenden?
- Was passiert mit der Figur, wenn Sie den Vertrag beenden? Bekommen Sie Grundbilder, Stimme und Steckbrief?
- Wer darf die Figur für Anzeigen, Plakate oder Messen nutzen?
- Wer entscheidet über Änderungen am Aussehen?
Bei Stock-Avataren aus Software-Bibliotheken ist die Antwort meist ernüchternd: Die Figur gehört dem Anbieter, und andere Kunden nutzen sie auch. Für einen Kanal, der Wiedererkennung aufbauen soll, ist das ein echter Nachteil. Mehr dazu im Vergleich KI-Avatar-Software oder Agentur.
Kann man eine KI-Figur schützen?
Eine Frage, die kaum jemand stellt, bis ein Mitbewerber eine sehr ähnliche Figur benutzt. Die kurze Antwort: teilweise.
- Die Bilder selbst. Das deutsche Urheberrecht schützt persönliche geistige Schöpfungen von Menschen. Rein KI-erzeugte Bilder fallen deshalb nach herrschender Meinung in der Regel nicht darunter. Wie viel menschliche Gestaltung nötig ist, damit sich das ändert, ist noch offen.
- Der Name der Figur. Ein Name kann als Marke angemeldet werden, wenn er unterscheidungskräftig ist. Für eine Figur, die bekannt werden soll, ist das der sicherste Schutz.
- Der Vertrag. Zwischen Ihnen und der Agentur lässt sich regeln, dass die Figur exklusiv für Sie verwendet wird. Das schützt nicht gegen Dritte, aber gegen die häufigste Gefahr: dass dieselbe Figur beim Nachbarbetrieb auftaucht.
Wer eine Figur langfristig aufbauen will, sollte über eine Markenanmeldung des Namens nachdenken und sich dazu beraten lassen.
Ideen nach Branche
Wie eine Unternehmensfigur konkret eingesetzt werden kann, ein paar Beispiele:
- Handwerk: Die Figur erklärt Wartung, typische Schäden und Förderprogramme, und sie zeigt, wie eine Ausbildung im Betrieb aussieht.
- Steuerberatung: Fristen, Belege, typische Fehler in der Steuererklärung. Nüchtern, genau, ohne Einzelfallberatung.
- Immobilien: Nebenkosten, Ablauf eines Kaufs, Fragen bei der Besichtigung.
- Gesundheit und Pflege: Organisatorisches, Abläufe, Recruiting. Vorsicht bei allem, was nach Heilversprechen klingt, dafür gilt das Heilmittelwerbegesetz.
- Handel: Produkte erklären, Pflege, Anwendung. Nicht: Produkte „testen“ oder „lieben“.
Woran Sie merken, ob die Figur funktioniert
Follower sind am Anfang ein schlechter Maßstab. Besser sind diese Zeichen, die Sie nach sechs bis acht Wochen anschauen:
- Die durchschnittliche Wiedergabedauer steigt von Video zu Video.
- In den Kommentaren wird die Figur mit Namen angesprochen.
- Menschen stellen Fragen, statt nur zu reagieren.
- Es kommen Anfragen oder Bewerbungen, die sich auf ein Video beziehen.
Und wenn nach zwei Monaten nichts davon passiert? Dann liegt es selten an der Figur und fast immer an den Themen oder am ersten Satz. Das lässt sich ändern, ohne die Figur neu zu bauen.
Was eine Figur im Alltag braucht
Eine KI-Figur ist kein Projekt, das man einmal abschließt. Sie ist eher wie ein Kanal mit festem Gesicht, der gepflegt werden will. Im Alltag heißt das:
- Eine Themenliste, die nie leer wird. Kundenfragen, Kommentare, Saisonthemen. Wer einmal im Monat zehn Themen sammelt, muss nie improvisieren.
- Eine Person, die freigibt. Jemand im Betrieb schaut jedes Video an, bevor es online geht, und prüft Zahlen, Fristen und Ton. Das dauert pro Video nur Minuten, verhindert aber die peinlichen Fehler.
- Kleine Anpassungen statt großer Umbauten. Wenn etwas nicht funktioniert, ändern Sie zuerst Themen und Einstiege. Das Gesicht der Figur bleibt, sonst fängt die Wiedererkennung von vorn an.
- Neue Bildsets zur richtigen Zeit. Eine Winterjacke im Winter, eine neue Umgebung für eine neue Serie. So wirkt der Kanal lebendig, ohne dass die Figur eine andere wird.
- Antworten auf Kommentare, im Namen des Unternehmens, nicht im Namen der Figur als erfundener Person. Das hält die Grenze zwischen Figur und Mensch klar.
Checkliste vor dem Start
Bevor die Figur ihr erstes Video bekommt, sollten Sie diese Fragen mit Ja beantworten können:
- Hat die Figur eine klare Aufgabe, die sich in einem Satz sagen lässt?
- Ist der Steckbrief ausgefüllt, einschließlich der Tabus?
- Gibt es ein festes Grundbild und mindestens drei Bildsets für Abwechslung?
- Ist die Stimme festgelegt und klingt sie auch bei Fachbegriffen und Zahlen gut?
- Liegen die ersten zehn Themen bereit, jedes mit einem ersten Satz?
- Ist geklärt, wie die Figur gekennzeichnet wird, im Video, in der Bio und über die Plattform?
- Steht im Vertrag, wem die Figur gehört und ob sie exklusiv ist?
- Gibt es jemanden im Betrieb, der jedes Video vor der Veröffentlichung freigibt?
- Ist ein Termin nach vier bis sechs Wochen gesetzt, an dem Sie die Zahlen ansehen?
Neun Fragen, von denen keine kompliziert ist. Aber jede einzelne, die offen bleibt, kostet später mehr Zeit als jetzt.
Typische Fehler
- Zu perfekt. Makellose Figuren wirken austauschbar. Ein eigener Stil, eine erkennbare Art zu sprechen, macht mehr aus.
- Erfundene Biografie. „Ich bin 29 und liebe Yoga“ klingt harmlos, ist aber der erste Schritt zur Täuschung. Besser: offen sagen, dass die Figur eine KI ist, und sie trotzdem sympathisch machen.
- Versteckte Kennzeichnung. Ein Hashtag irgendwo in der Beschreibung reicht nicht, wenn das Video realistisch wirkt.
- Jede Woche ein anderes Gesicht. Wer mit wechselnden Bildern arbeitet, verliert die Wiedererkennung, die der ganze Sinn der Figur ist.
- Keine Aufgabe. Eine Figur, die nur hübsch aussieht, hat nach zwei Wochen nichts mehr zu sagen. Emma beantwortet Reisefragen, Mira erklärt Uhrzeit. Was ist die Aufgabe Ihrer Figur?
Eine eigene Figur für Ihr Unternehmen
VeloFaces baut für Unternehmen eine eigene KI-Figur, die in jedem Video dieselbe ist, schreibt die Texte, produziert kurze vertikale Videos und veröffentlicht sie auf TikTok, Instagram und YouTube. Jedes Video ist als KI gekennzeichnet. In der Testphase gibt es 15 Plätze zum Richtpreis von 29 € netto je Werbevideo. Zur Anfrage.
Häufige Fragen
Was ist ein KI-Influencer?
Eine Figur, die es nicht gibt, die aber auf Social Media auftritt wie ein Mensch. Bilder, Videos und Texte werden mit KI erzeugt. Bekannte Beispiele sind Lil Miquela, Aitana López und Emma von der Deutschen Zentrale für Tourismus.
Was kostet es, einen KI-Influencer erstellen zu lassen?
Öffentlich genannte Preise deutscher Anbieter liegen bei 7.000 bis 7.500 € für einen individuellen Avatar und 20.000 bis 100.000 € für komplexe Projekte. Monatspakete mit Videos beginnen bei 490 €. VeloFaces nennt in der Testphase 29 € netto je Werbevideo. Stand: 23. September 2026.
Sind KI-Influencer legal?
Ja. Realistische KI-Figuren müssen seit dem 2. August 2026 aber als KI erkennbar sein, Werbung muss als Werbung gekennzeichnet werden, und die Figur darf keine Erfahrungen behaupten, die sie nicht haben kann. Im Einzelfall hilft eine Rechtsberatung.
Gibt es KI-Influencer in Deutschland?
Ja. Das bekannteste Beispiel ist Emma, die die Deutsche Zentrale für Tourismus im Oktober 2024 auf Instagram gestartet hat. Jede ihrer Nachrichten trägt den Hinweis „#KI generierte Info“.
Kann ein KI-Influencer meine Produkte empfehlen?
Die Figur kann Produkte vorstellen und erklären. Sie darf aber nicht behaupten, sie selbst getestet oder benutzt zu haben, denn das wäre irreführend. Werbung muss außerdem als solche erkennbar sein.
Was ist der Unterschied zwischen KI-Influencer und KI-Creator?
Ein KI-Influencer baut Reichweite auf und verkauft sie an Marken. Ein KI-Creator für Unternehmen spricht für den eigenen Betrieb, auf dessen eigenem Kanal, über dessen Fachgebiet. Für die meisten Unternehmen ist das Zweite das Richtige.
Quellen
- Meedia: „Introducing Emma“: KI-generierte Influencerin soll für das Reiseland Deutschland werben, abgerufen am 23.09.2026.
- Board of Creators: Aitana Lopez: The AI Influencer With Real Brand Deals, abgerufen am 23.09.2026.
- Öffentliche Preisangaben deutscher Anbieter von KI-Avataren und KI-Influencern, abgerufen am 23.09.2026.
- Verordnung (EU) 2024/1689 (KI-Verordnung), Art. 50.
- TikTok-Hilfe: Über KI-generierte Inhalte, abgerufen am 23.09.2026.
